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Psychoanalytisches Business Coaching

Kund*innen erreichen im Corona-Shutdown

Ein Online Auftritt ist mehr als digitales Marketing und viel mehr als nur ein gutes Ranking in der Suchmaschine. Gut genutzte Digitalisierung und digitale Kommunikation können in der aktuellen Krise Existenzen retten und Kunden binden.

Selbständige im Überlebenskampf

Die Lieblingskneipe um die Ecke, der Stammitaliener und das Yogastudio haben vieles gemeinsam – viele von Ihnen haben schon seit Jahren mit steigenden Mieten und im Verhältnis dazu viel zu geringen Einnahmen zu tun. Im Szenekiez Neukölln zum Beispiel sind die Mieten ins Unbezahlbare gestiegen, je nach Standort finden sich Mieten bis zu 35 Euro/qm. Dazu kommt eine zunehmend hohe Konkurrenz, in dem als Partymeile bekannten Reuterkiez drängen sich zunehmend die Bars und Szenekneipen. Auch junge Gründer*innen mit dem Traum von der eigenen Tango-Schule kommen in den Kiez, und sie treffen auf ein junges Publikum mit wenig Geld, viele davon mit einem Vertrag bei Urban Sports. Und die Dumping-Preise bei Urban Sports sind nicht die einzigen Probleme, mit denen Selbständige zu kämpfen haben. Aber deutlich wurde: wer es versteht, Kund*innen persönlich zu erreichen und ihr Interesse zu wecken und das eigene Angebot immer wieder neu zu denken, der kam über die Runden. Das Bunte, das dabei enstand, gibt dem Kiez seine eigenen Farben. In manchen Cafés gab es kleine Konzerte von lokalen Berliner Bands, andere Bars fanden ihre Stammkund*innen mit Comedy-Angeboten und Poetry Slam. Eltern-Kind-Cafés waren beliebt und schnelle kleine Gerichte für zwischendurch, gern biologisch, nachhaltig und ein bisschen fancy.

Die Auswirkungen der Krise

Aber dann kam das Corona-Virus und mit ihm die Kontaktsperre und der Shutdown des öffentlichen Lebens. Die kleinen Modeläden, Bars und Schulen kämpfen nun mit den Auswirkungen und es geht dabei um nicht weniger als um ihre Existenz. Online Lieferdienste retten vielleicht die eine oder andere Gastronomie, aber in Cafés, Bars und Yogastudios wird es schwierig. Da können manchmal schon ein oder zwei Monate ohne Einkommen den Gründer*innen in das wirtschaftliche Genick brechen. Sie alle füllen in diesem Moment wohl Formulare für Liquiditätsengpässe aufgrund der Corona Krise aus, beantragen Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter*innen, sie setzen Mieten aus oder nehmen Kredite auf. (https://www.ibb.de/de/wirtschaftsfoerderung/themen/coronahilfe/corona-liquiditaets-engpaesse.html)

Digitale Kommunikation als Chance

In diesen Zeiten zeigt sich aber auch, wer sich auf die Möglichkeiten der Digitalisierung eingelassen hat und wer nicht. Ein guter Social Media Auftritt ist aktuell mehr als das Sammeln von Likes. Cafés und Bars können auf ihre Situation aufmerksam machen, Gutscheine verkaufen und Spenden sammeln. Manche haben eigenständig einen Bringservice auf die Beine gestellt, ein Getränkehersteller liefert zum Beispiel heute auch Obst oder Klopapier, für jede Lieferung
In der Krise werden die Menschen kreativ und erfinderisch: Über Crowdfunding werden Gutscheinaktionen ins Leben gerufen, so die online Plattform „pay now eat later“ und andere. Wieder andere veranstalten online-Konzerte auf Spendenbasis. Yogaschulen stellen ihr Programm auf online-Angebote um – die ersten zwei sind dabei häufig Wochen kostenlos, dann wird es verbindlicher und kostenpflichtig. Manche der Schulen bieten zusätzliche online Kurse für Kinder an. Die Krise bedeutet nicht, dass kein Bedarf entsteht, meist im Gegenteil, viele Kund*innen freuen sich über Angebote und es zeigt sich ein starker Wunsch nach Solidarität unter den Menschen.

Wichtig ist dann nur: Kund*innen müssen auch erreicht werden. Die Existentialität der Krise muss kommuniziert werden, die neuen Angebote, und seien es auch nur Hilfewünsche müssen an die Frau und den Mann gebracht werden. Digitale Kommunikation, ein prägnanter Internetauftritt und das effiziente Nutzen der Social Media Kanäle ist gefragt. Zentral ist dabei, die direkte Kommunikation mit der Stammkundschaft aufzubauen, aber auch vernetzende Möglichkeiten zu nutzen, wie Crowdfunding Plattformen für alle von Corona Betroffenen wie z.B. startnext oder Fonds für Künstler*innen und Selbständige.

Viele Selbständige nutzen diese Möglichkeiten, aber es ist erstaunlich, an wie vielen die Möglichkeiten der Digitalisierung noch vorbeigegangen sind. Wenn ich zum Beispiel mein kleines Stammcafé um die Ecke google – da finde ich nichts, keinen Eintrag, wie ich Unterstützung bieten könnte und direkt angesprochen fühle ich mich auch nicht. Wenn nicht jetzt – wann dann?

Dipl. Psych. Andrea Wurst, Autorin und Coach bei dynaMIND