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Psychoanalytisches Business Coaching

Die psychische Struktur und Führung – Erfolg braucht mehr als fachliche Kompetenz

Der Arbeitsalltag verlangt von Führungskräften viel ab. Neben fachlichen und analytischen sind auch methodische Kompetenzen sehr gefragt. Gute Führung umfasst auch die Fähigkeit, Mitarbeiter*innen zu motivieren und zu beeinflussen , sodass ihr Verhalten dem Erreichen zuvor gesteckter Unternehmenszielen dient. Hier stoßen manche Führungskräfte mit ihren fachlichen Kompetenzen an Ihre Grenzen. Vielmehr geht es dabei um Beziehungsfähigkeit. Die psychische Struktur spielt hier eine wesentliche Rolle. Was genau gemeint ist mit „psychischer Struktur“ und wo eine gute psychische Struktur besonders hilfreich sein kann, das erfahren Sie hier.

Die psychische Struktur – was ist das und wo hilft sie mir?

Vielleicht kennen auch Sie das Phänomen, dass Ihnen fachlich kompetente Führungskräfte begegnen, welche dennoch nicht die angesetzten Unternehmensziele erreichen können? Obwohl sie in ihrem Fachgebiet gut ausgebildet sind, fehlt es Ihnen an der Fähigkeit, sich selbst und ihre Beziehungen am Arbeitsplatz so regulieren zu können, dass es dem Arbeitsklima, der Zufriedenheit und dem Erfolg des Unternehmens dient. Um als Führungskraft auch die zwischenmenschlichen Beziehungen erfolgreich gestalten zu können, bedarf es – aus psychoanalytischer Sicht – eben auch guter struktureller Fähigkeiten.

Die strukturellen Fähigkeiten umfassen insgesamt folgende 4 Dimensionen – Wahrnehmung, Regulation, Kommunikation und Bindung Alle vier Fähigkeiten sind sowohl für Ihren Kontakt zu sich selbst relevant als auch für Ihren Kontakt zu anderen.

1. Wahrnehmung: Sich selbst und andere wahrnehmen können.

Zunächst umfasst die psychische Struktur die Fähigkeit, sich und andere in ihrer Individualität – also mit all ihren Gefühlen, Motiven und Affekten – wahrnehmen zu können. Für die Führungskraft bedeutet das, die Aufmerksamkeit von den alltäglichen e-Mails, Meetings, Telefonaten und Terminen auf das eigene Innenleben zu richten, sowie die eigenen Gefühle, Affekte, Motive und Werte nicht nur erkennen, sondern auch unterscheiden zu können.

Doch auch in Bezug auf die eigenen Mitarbeiter*innen und Kolleg*innen kann Ihnen eine gute Wahrnehmung dabei helfen, ein realistisches Bild von den Anderen entwerfen und sie als Personen mit individuellen Eigenschaften zu erleben. Denn erst wer sich und den anderen gut kennt, kann sich in der Beziehung zum anderen einschätzen, regulieren und damit die zwischenmenschlichen Beziehungen am Arbeitsplatz zufriedenstellend gestalten.

2. Regulation: Sich selbst und andere beeinflussen können.

Eine weitere wichtige strukturelle Fähigkeit ist die Selbst- und Objektregulierung. Unter Ersterer versteht man die Fähigkeit, seine Aufmerksamkeit, Emotionen, Impulse und Handlungen steuern zu können. Wem es gelingt, sich selbst zu steuern und sich dadurch selbstwirksam zu fühlen, wird sich auch bei Meetings, Vorträgen oder Gesprächen mit Vorgesetzten, Mitarbeiter*innen oder Kunden als selbstbewusster wahrnehmen und entsprechend auftreten können. Kann man seine Innenwelt und damit sein Verhalten steuern, gelingt es außerdem besser, die Arbeitsbeziehung vor eigenen – häufig negativen – Impulsen zu schützen. Beispielsweise ist eine Führungskraft mit guten selbstregulatorischen Fähigkeiten in der Lage, sich nicht von seinen Emotionen treiben zu lassen, sondern kann die Auslöser für ihre Emotionen erkennen und eine bewusstere Wahl in Bezug auf ihre Reaktion treffen. Weist die Führungskraft schließlich auch die Fähigkeit auf, die Reaktionen der anderen antizipieren zu können, kann sie entsprechend dem angestrebten Ziel reagieren und das arbeitsbezogene Miteinander entsprechend positiv beeinflussen.

3. Emotionale Kommunikation nach innen und nach außen – Wie geht es mir? Wie geht es dem Anderen?

Die Kommunikation – sowohl nach innen als auch nach außen – spielt in allen zwischenmenschlichen Interaktionen jedes Unternehmens eine bedeutsame Rolle. Während die Kommunikation nach innen die Fähigkeit umfasst, eigene Gefühle, Affekte und Fantasien erleben bzw. entwerfen und nutzen zu können, umfasst die Kommunikation nach außen die emotionale Kontaktaufnahme zwischen der Führungskraft und Ihren Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen. Das heißt, dass die Führungskraft nicht nur Gefühle gegenüber ihren Mitarbeiter*innen und Kolleg*innen zulassen und zum Ausdruck bringen kann, sondern sich auch von Ihnen emotional erreichen kann. Natürlich gehört hier auch die Fähigkeit zur Empathie dazu.Wer weiß es am Arbeitsplatz nicht zu schätzen, wenn sich die Führungskraft empathisch in Ihr Gegenüber hineinversetzten und dadurch ein „Wir-Gefühl“ schaffen kann?

4. Bindungsfähigkeit – innere Bilder nutzen und ein Gefühl von Zugehörigkeit schaffen zu können

Im Laufe unserer Entwicklung haben wir verschiedene Erfahrungen mit bedeutsamen Menschen gemacht und diese verinnerlicht. Gelingt es einer Führungskraft auf diese – hoffentlich positiven und stärkenden – inneren Bilder zurückzugreifen, kann sie diese für sich nutzen. Gerade in herausfordernden oder gar belastenden Situationen können diese der Führungskraft dabei helfen sich selbst Mut zusprechen, sich versorgen oder für die eigenen Wünsche und Bedürfnisse einstehen zu können.

In der Beziehung zu Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen ermöglicht die Bindungsfähigkeit aber auch, sich emotional an diese binden und ein Gefühl von Zugehörigkeit empfinden und schaffen zu können. Auf der anderen Seite ermöglicht sie es , z.B. bei Kündigungen oder Berentungen, Arbeitsbeziehungen wieder lösen und den Abschied von Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen betrauern zu können.

Die psychische Struktur und das Problem mit der Unter- und Übersteuerung

All diese strukturellen Fähigkeiten sind besonders für Führungskräfte von besonderem Wert. Ist die innere Struktur gut entwickelt, ist die Führungskraft in der Lage, eigene Gefühle, Affekte, Gedanken, Fantasien und Erinnerungen differenziert wahrzunehmen, zu kommunizieren, zu steuern und für das gegenüber erfahrbar zu machen. Gleichzeitig kann sie sich mit Interesse und Empathie in andere hineinversetzten und an dessen Erleben teilhaben. Dadurch gelingt es ihr, ein Gefühl der Lebendigkeit und des Miteinanders im Unternehmen und damit ein Arbeitsklima zu schaffen, in dem gerne und motiviert gearbeitet wird.

Doch in der Praxis trifft man häufig Führungskräfte – vielleicht haben Sie sich ja auch schon selbst dabei ertappt – welchen die eigenen Affekte weniger gut wahrnehmen können. Manchmal stehen diese ihnen auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen nicht sehr ausgeprägt zur Verfügung. Dazu gehört oft auch ein Hang zur „Übersteuerung“ – d.h, dass eigene Affekte nur schwer toleriert und daher stark kontrolliert werden müssen. Aus Angst, für die eigenen Gefühle, Affekte und Impulse durch das soziale Umfeld am Arbeitsplatz abgestraft zu werden, ist das emotionale Erleben gehemmt. Dies kann zu einer eingeschränkten empathischen Kommunikation mit Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen führen, wodurch sich das „Wir-Gefühl“ nur schwer einstellt und eher erkämpft werden muss.

Schließlich stellt auch „Untersteuerung“ ein Problem im zwischenmenschlichen Miteinander im Arbeitskontext dar, wenn es darum geht die Beziehungen am Arbeitsplatz entsprechend den Organisationszielen zu beeinflussen. Hier werden die Affekte und Impulse nicht kontrolliert, sondern brechen meist unkontrolliert durch. Die Missbilligung durch das soziale Umfeld kann hier nicht erahnt werden und dient somit nicht als Regulationsmöglichkeit der eigenen Impulsivität. Durch das mangelnde Einfühlungsvermögen der Führungsperson in ihr Gegenüber und die damit verbundene verminderte emotionale Kontaktaufnahme kommt es zwangsläufig zu Missverständnissen. Man redet quasi ständig aneinander vorbei, versteht sich nicht. Die Folge sind Ärger, Enttäuschung und Konflikte am Arbeitsplatz, die das Betriebsklima negativ beeinflussen.

Damit Sie Ihre Beziehungen im Arbeitskontext in einer für Sie befriedigenden Weise beeinflussen und so ihre gesteckten Unternehmensziele erreichen können, helfen wir Ihnen gerne. Ein psychoanalytisches Businesscoaching kann Ihnen dabei helfen, Ihre strukturellen Fähigkeiten einzuschätzen und zu verbessern.

Bei Interesse melden Sie sich bei uns, wir beraten Sie gerne zu Ihren Möglichkeiten.

 

M.Sc. Julia Perlinger, Coach bei dynaMIND