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Psychoanalytisches Business Coaching

„Nicht schon wieder“ – In vier Schritten aus einer persönlichen Self-Fulfilling Prophecy aussteigen

Die meisten Menschen kennen es, dass Sie dazu neigen, immer wieder in die selben schwierigen Situationen zu geraten. Manche erleben, dass sie häufig abgelehnt werden, andere fühlen sich immer wieder benachteiligt und dritte fühlen sich in ihren Grenzen übergangen oder bedrängt. Wie kann es sein, dass sich manche Situationen in unserem Leben ständig wiederholen? Mit einem Dilemma wie diesem kommen viele Menschen zu uns ins Coaching. Wir verraten Ihnen heute einen Ausweg aus ihren persönlichen Wiederholungsschleifen.

 

Der Wiederholungszwang – ein Kreislauf für den wir nicht ohne Verantwortung sind

Unser Ansatz setzt zu Beginn eine gewagte These. Wir gehen davon aus, dass wir selbst für derartige Wiederholungen verantwortlich sind. Das jedoch setzt voraus, dass es sich auch wirklich um wiederkehrende Situationen handelt. Für den Einzelfall kann das Modell nicht genutzt werden, denn, und das ist wirklich wichtig, wir sind wirklich nicht für alle Kränkungen und Verletzungen, die wir erleben, auch verantwortlich. Nur wenn Sie bestimmte Reaktionen anderer Menschen immer wieder erleben, dann macht es Sinn, den Mechanismus dahinter zu entdecken.

 

1. Wie Sie andere erleben: Die Kränkung

Als erstes schauen Sie sich die Situation an. Beschreiben Sie, wie Sie andere erleben. Hier werden meist Kränkungen, Zurückweisungen oder Grenzverletzungen beschrieben.

Hauptperson: „Immer wieder werde ich benachteiligt. Die letzte Beförderung hätte an mich gehen sollen, ich bin schon lange im Office. Wieder wurde eine andere bevorzugt. Das geht mir ständig so. Ich bekomme nie, was mir zusteht.“

 

2. Wie Sie sich erleben: Ihre Selbstwahrnehmung

Nun beschreiben Sie, wie Sie sich selbst in dieser und in anderen, passenden Situationen erlebt haben. Meist ist dieser Punkt recht einfach.


Hauptperson„Ich verstehe es nicht. Ich habe mich immer angestrengt, ich war fleißig, zuverlässig und freundlich. Ich habe zu allen KollegInnen eine gute Beziehung und alle mögen mich. Ich fühle mich hilflos, weil ich nicht verstehe, was ich falsch gemacht habe.“

 

3. Wie andere Sie erleben: das schwierige Beziehungsangebot

Was nun folgt ist ein komplizierter Punkt. Es ist die Frage, wie andere Sie erleben. Das ist aus ganz subjektiver Sicht manchmal schwer einzuschätzen. Wenn Sie sich unsicher sind, bitten Sie doch um ein Feedback, fragen Sie FreundInnen, KollegInnen oder sogar Ihre Vorgesetzten um eine ehrliche Rückmeldung. Interessant ist hier dann nicht eine Bestätigung („Ja, du bist so gut, du hättest das verdient gehabt“) sondern, dass Sie herausfinden, wo sich die Einschätzung anderer von Ihrer eigenen Einschätzung unterscheidet. Es geht also darum, schwierige Teile Ihres eigenen Beziehungsangebotes zu erkennen.

Die Rückmeldung einer Chefin könnte sein: „Ich erlebe dich als angestrengt und bemüht. Du bist vorsichtig und immer bedacht, keinen Fehler zu machen. Dadurch wirkst du manchmal wenig konturiert und schnell überfordert.“

 

4. Wie andere sich dann (mit Ihnen) erleben: Der Kreislauf schließt sich.

Nun schließt sich der Kreis. Sie fragen nun die andere Person, wie sie auf Ihre Art, in Kontakt zu gehen, reagiert. Wenn Sie den wunden Punkt in Ihrem Beziehungsangebot gefunden haben, dann werden Sie feststellen, dass andere Menschen darauf genau so reagieren, wie Sie es am meisten fürchten. Der Unterschied ist, dass die Reaktion der anderen dann kein wiederkehrendes übles Wunder ist, sondern eine Konsequenz, eine Reaktion auf Ihre persönliche Art, in Kontakt zu gehen.

Die Reaktion der Chefin wird von ihr vielleicht so beschrieben: „Wenn du so angestrengt bist und zurückgezogen, dann habe ich den Eindruck, du brauchst ein wenig Ruhe und es ist besser, wenn ich dir nicht noch mehr zumute. Ich möchte dich nicht überfordern, in dem ich dir eine Leitungsfunktion anvertraue, die dich überfordern könnte. Es irritiert mich auch, wenn du so wenig konturiert und sichtbar bist. So kann ich dir keine Führungsposition anvertrauen.“

Ist Ihnen der deutlich geworden, wie unsere Hauptperson dazu beigetragen hat, dass Sie übersehen wurde?

 

Wie Sie aus dem Wiederholungszwang aussteigen

1. Übernehmen Sie die Verantwortung für die Situation.

2. Machen Sie sich unsere vier Schritte bewusst. Überlegen Sie, an welchen Stellen Sie anders wirken, als Sie sich selbst wahrnehmen.

3. Verarbeiten Sie Unsicherheiten und Kränkungen, ohne andere unbewusst einzubeziehen. Wenn nötig, holen Sie sich an diesem heiklen Punkt auch professionelle Hilfe. Wenden Sie sich dafür gerne an uns .

4. Verändern Sie Ihr Beziehungsangebot.

5. Freuen Sie sich über neue Reaktionen in Ihrem (beruflichen) Umfeld und neue Chancen.

 

Dipl. Psych. A. Wurst